Russland und China konkurrieren auf Stahlmarkt

Zentralasien wird zu einem immer wichtigeren Akteur in der Weltwirtschaft: China, die Vereinigten Staaten, die Türkei und Südkorea zeigen Interesse an der Region. Noch ist Russland der wichtigste Partner der zentralasiatischen Länder, auch im Rahmen der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU). Experten zufolge wird China jedoch in naher Zukunft ein ernsthafter Konkurrent für russische Metallprodukte auf dem zentralasiatischen Markt sein. Eine Gruppe von Forschern aus dem Ural hat diese Situation in einem Artikel für die wissenschaftliche Zeitschrift Vestnik der MGIMO-Universität analysiert.

Laut Umfragen, die in Geschäftskreisen in Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan vorgenommen wurden, genießen russische Hersteller in der Region einen stabilen positiven Ruf: mehr als 93% der Befragten verwenden russische Produkte. Chinesische Produkte sind demnach zwar billiger als russische, werden aber in Zentralasien als minderwertig angesehen. Mehr als 83% der Befragten bevorzugen russische Walzprodukte, 89% bewerteten die russischen Exporte und deren Qualität positiv.

Derzeit erhält die Region Produkte von kleinen chinesischen Herstellern, nicht jedoch von großen Fabriken. Letztere ziehen es vor, sich auf Märkte mit höherer Kaufkraft zu konzentrieren, heißt es. Die Händler der kleinen Hersteller hingegen haben keine starken Positionen und Verbindungen in Zentralasien.

Zentralasiatische Geschäftsleute sind mit den Produkten russischer Unternehmen besser vertraut, haben eine höhere Meinung von der Qualität der metallurgischen Ausbildung in Russland und finden es aufgrund der sprachlichen und kulturellen Nähe einfacher, mit russischsprachigen Lieferanten zusammenzuarbeiten. Daher seien Unternehmen mit einer historisch starken Position, wie zum Beispiel Russian Copper Company oder Severstal, weiterhin führend in der Region. Die größten Händler von Metallprodukten in Zentralasien haben entweder ihren Hauptsitz in Russland oder unterhalten stabile Beziehungen in das Land. Darüber hinaus orientieren sich die technologischen Standards für Metallerzeugnisse in Zentralasien seit der Sowjetzeit an russischem Walzstahl.Kasachstan und Usbekistan konzentrieren ihre Wirtschaft auf die industrielle Entwicklung. In Kasachstan entfallen 30% des Bruttoinlandsprodukts auf die Industrie und das Baugewerbe. In Usbekistan, wo rund 49.000 Firmen tätig sind, macht der Industriesektor mehr als 50% des BIP aus. Die Wirtschaftsprojekte der zentralasiatischen Länder erfordern die Lieferung von Rohstoffen, einschließlich Metallen. Die größten Metallurgieunternehmen befinden sich in Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan. Dazu gehören kasachische Unternehmen wie ArcelorMittal Temirtau, Aktobe Copper Company (Teil der Russian Copper Company), JSC Kyrgyz Chemical and Metallurgical Plant sowie die usbekischen Bergbau- und Hüttenwerke Almalyk und Navoi.

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