Kasachstan baut Eisenbahnverbindungen nach China aus

Kasachstan hat mit dem Ausbau einer Eisenbahnstrecke nach China begonnen, um das Transitpotenzial zu erhöhen, berichtet „Eurasianet“. 

Die 800 km lange neue Strecke, die neben einer bereits existierenden verlegt wird, „wird zum ununterbrochenen Export heimischer Produkte und zum Wachstum des Transitpotenzials des Landes beitragen“, so die Regierung in einer Erklärung vom 17. November. Die neue Strecke, die bis Ende 2025 fertiggestellt werden soll, wird das Zentrum Kasachstans mit dem Umschlagplatz Dostyk an der Grenze zu China verbinden. Die Kapazität des Grenzübergangs hat sich in den letzten Jahren als nicht ausreichend für die steigende Nachfrage erwiesen.

In einer Telefonkonferenz anlässlich der Feierlichkeiten zum Baubeginn nannte Premierminister Alikhan Smailov Zahlen, die seiner Meinung nach die Notwendigkeit neuer logistischer Lösungen belegen. In den letzten fünf Jahren habe sich das Volumen des Transitcontainerverkehrs in Kasachstan mehr als vervierfacht, sagte er. Und von Januar bis Oktober dieses Jahres wurden 11% mehr Güter in Tonnage exportiert als im gesamten Jahr 2021. „[Die neue Eisenbahnlinie wird die Kapazität dieses Abschnitts verfünffachen … und sie wird auch die Transportprobleme der kasachischen Exporteure in dieser Richtung vollständig beseitigen“, sagte Smailow.

Ein zusätzlicher Vorteil dieses Ausbauprojekts besteht darin, dass 80% der verwendeten Hardware, von Komponenten wie Waggons und Schienen bis hin zu Rohstoffen wie Sand und Schotter, aus Kasachstan stammen werden, versprach der Premierminister. Am Bau werden 3.700 einheimische Arbeitskräfte beteiligt sein, und für den Betrieb der Strecke werden 500 Dauerarbeitsplätze geschaffen.

„Der kumulative Effekt der Umsetzung wird die Haushaltseinnahmen über einen Zeitraum von 20 Jahren um 4,1 Bill Tenge (rund 9 Mrd US-Dollar) erhöhen“, sagte Smailow.

Im weiteren Sinne ist der Eisenbahnabschnitt Dostyk-Moiynty Teil eines Transitkorridors von China nach Europa. Da Russlands Krieg in der Ukraine Logistikunternehmen dazu zwingt, über Transportrouten nachzudenken, die das sanktionierte Russland umgehen, werden Optionen wie diese immer attraktiver. Unmittelbar werden die kasachischen Exporteure davon profitieren, die ihre Waren aufgrund der Überlastung der bestehenden Infrastruktur nur schwer nach China bringen können. In den kommenden Jahren planen die Behörden die Umsetzung von zwei weiteren Eisenbahnprojekten. Das erste wird die Strecken zu anderen Ländern in Zentralasien – insbesondere Usbekistan – optimieren. Das andere soll den Stau in der Wirtschaftshauptstadt Almaty verringern.

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