Große türkische Banken stellen russische Mir-Zahlungen ein

ISTANBUL (rus)–Die größte private Bank der Türkei, die Is Bankasi sowie die Denizbank haben die Nutzung des russischen Zahlungssystems Mir ausgesetzt, nachdem die USA mit der Ausweitung der Sanktionen gegen die türkischen Institute gedroht haben, berichten US-Medien übereinstimmend. Die Entscheidungen erfolgten, nachdem die USA ihre Sanktionen auf den Leiter des Unternehmens ausgeweitet hatte, das Mir betreibt. Dieses Zahlungssystem wird stark von russischen Touristen im Ausland genutzt. Drei weitere große türkische Banken (die Halkbank, die Ziraat Bankasi und die VakifBank) akzeptieren einem “TASS”-Bericht zufolge weiterhin die Mir-Karte und zahlen darauf türkische Lira aus.

Die Aussetzungen von zwei der fünf türkischen Banken, die Mir genutzt hatten, spiegeln ihre Bemühungen wider, das finanzielle Kreuzfeuer zwischen dem Westen und Russland zu vermeiden, da die türkische Regierung eine ausgewogene diplomatische Haltung einnimmt.  Die Isbank, deren Aktien am Montag um 10% einbrachen, erklärte, sie habe die Zahlungen an Mir eingestellt und prüfe die neuen Sanktionen des US-Finanzministeriums. Die Isbank erklärte außerdem, sie sei bestrebt, die nationalen und internationalen Gesetze, Vorschriften und Geschäftsprinzipien einzuhalten. Ein Banker bestätigte ausdrücklich die Befürchtung, dass sich die so genannten Sekundärsanktionen gegen türkische Banken oder Unternehmen richten können. 

Das NATO-Mitglied Ankara lehnt westliche Sanktionen gegen Russland grundsätzlich ab und unterhält enge Beziehungen sowohl zu Moskau als auch zu Kiew, seinen Nachbarn am Schwarzen Meer. Es hat auch die russische Invasion verurteilt und im Rahmen seines diplomatischen Gleichgewichts bewaffnete Drohnen in die Ukraine entsandt. 

Diplomaten zufolge sind die westlichen Länder jedoch zunehmend besorgt über die zunehmenden wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Russland, insbesondere nach mehreren Treffen zwischen den Staatsoberhäuptern Tayyip Erdogan und Wladimir Putin, darunter letzte Woche in Usbekistan.

Letzten Monat warnte das US-Finanzministerium in einem Schreiben an große türkische Unternehmen, dass sie Strafen riskieren, wenn sie Geschäftsbeziehungen zu (namentlich) sanktionierten Russen unterhalten. Russische Touristen sind für die angeschlagene türkische Wirtschaft erheblicher Bedeutung und sollen daher nach dem Willen der türkischen Regierung weiter Zahlungen mithilfe des russischen Mir-Systems tätigen können. Die Türkei wird stark von russischen Touristen frequentiert da diesen kaum noch Alternativen außerhalb des GUS-Gebiets offenstehen.

rus/22.09.2022 – Große türkische Banken stellen russische Mir-Zahlungen ein

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