Gaslieferstopp für viele Firmen in Tschechien existenzbedrohend

PRAG (ost)–Tschechien ist fast vollständig von russischem Gas abhängig. Das brachte eine Umfrage der Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer in (DTIHK) unter 65 Unternehmen zutage, wie “Radio Prag” berichtet. Die Industrie ist in Tschechien wie in den meisten Industriestaaten der größte Gasverbraucher. 

„Ein Viertel aller Unternehmen sagt: Für uns ist das existenziell bedrohlich beziehungsweise eine starke Bedrohung“, so Christian Rühmkorf, der bei der DTIHK die Abteilung für Kommunikation leitet. Besonders stark gefährdet ist das verarbeitende Gewerbe, zumeist große Unternehmen mit großen Beiträgen zu Wertschöpfung und Beschäftigung. „Dort sind es sogar 40%, die dies entweder als existenzielle Bedrohung bezeichnen oder als sehr, sehr starke Bedrohung der eigenen Kerntätigkeit“, sagt Rühmkorf.

Da die tschechische Regierung bisher keinen Notfallplan für einen plötzlichen Gaslieferstopp veröffentlicht hat, versuchen sich viele Unternehmen selbst zu behelfen. „24%, also fast ein Viertel, bemüht sich um einen Übergang zu alternativen Energiequellen wie Strom – soweit dies möglich ist.“

Die Unternehmen brauchen daher verlässliche Informationen und Planungen durch die Regierung. „Fast zwei Drittel der Unternehmen fordern einen transparenten Plan seitens der tschechischen Regierung,“ so ein Ergebnis der Umfrage. Industrie- und Handelsminister Jozef Sikela betonte unterdessen zwar, dass die Gasvorräte in Tschechien mittlerweile bis Ende des Sommers ausreichen dürften, schwieg sich aber zu etwaigen Abschaltplänen aus.

ost/20.05.2022

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