CPC-Pipeline nimmt den Betrieb wieder auf

NUR-SULTAN (gus)–Das Caspian Pipeline Consortium (CPC) hat ihre Pipeline, über die Kasachstan den größten Teil seines Öls exportiert, wieder mit voller Kapazität in Betrieb genommen, etwa einen Monat, nachdem wichtige Entladeinfrastrukturen durch einen angeblichen Sturm (den Meteorologen nicht bemerkten) beschädigt worden sein sollen. CPC zufolge wurde eine Boje, die den Anschluss für die Verladung von Öl am russischen Novorossiysk-Terminal trägt, wieder funktionsfähig gemacht, nachdem Taucher eine “kurzfristige Wetterbesserung” ausnutzen konnten. “Derzeit ist das Tankschiff Delta Commander mit VPU-3 verbunden und die Verladung wird durchgeführt”, so CPC.
Dies ist eine willkommene Nachricht für Kasachstan. Das Land verschifft mehr als zwei Drittel seines Öls über die CPC-Pipeline. Nachdem Russland am 22. März den Unfall in Noworossijsk bekannt gegeben hatte, war Kasachstan gezwungen, die Ölproduktion zu drosseln und erhebliche Verluste hinzunehmen. Am 19. April erklärte Finanzminister Jerulan Schamaubajew gegenüber Reportern, dass sich diese Verluste nach einer vorläufigen Schätzung auf bis zu 150 Mrd Tenge (rund 337 Mio Dollar) belaufen.
Da die CPC-Option weitgehend ausgeschlossen war, untersuchten die kasachischen Behörden alternative Routen, wie die Beförderung von Öl über das Kaspische Meer und die anschließende Lieferung nach Europa über die Pipeline Baku-Ceyhan, aber diese Lösung erwies sich als sehr kostspielig. Kritiker der Regierung haben seitdem die Frage aufgeworfen, warum Kasachstan es versäumt hat, die Ölexportrouten rechtzeitig zu diversifizieren, um eine übermäßige Abhängigkeit von einer einzigen, von Russland kontrollierten Pipeline zu vermeiden.
Nachdem die Reparatur der angeblichen Schäden am Novorossiysk-Terminal, das weder die westlichen Mitglieder des CPC-Konsortiums noch Kasachstan unabhängig inspizieren konnten, wochenlang scheinbar kaum Fortschritte gemacht hatte, entsandte Nur-Sultan eine Delegation nach Moskau. Der kasachische Energieminister Bolat Akchulakov führte am 18. April Gespräche mit dem Generaldirektor der CPC, Nikolai Gorban, über die Situation. Bei den Gesprächen wurden offenbar sowohl kommerzielle als auch technische Fragen erörtert. Einige Tage später kam man überein, dass sich die Wetterlage soweit gebessert hatte, dass die Reparaturen durchgeführt werden konnten.

gus/02.05.2022

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