Bulgarien streitet über russisches Öl

SOFIA (ost)–Die einzige Ölraffinerie Bulgariens wird sofort ein Problem haben, wenn die russischen Öllieferungen eingestellt werden. Das behauptet zumindest Ilshat Sharafutdinov, Vorstandsvorsitzender des (russisch beherrschten) Betreibers Lukoil Neftochim Burgas, der Agentur “BTA” zufolge.

Lokalen Energieexperten zufolge ist es dagegen für die Raffinerie kein Problem, mit nicht-russischem Öl zu arbeiten. Daher sei es ein Missbrauch der Marktbeherrschung, wenn die Raffinerie aufgrund der Einstellung der russischen Öllieferungen den Betrieb einstelle. Viele andere Öltypen, wie iranisches, libysches und einige saudi-arabische Öl, haben demzufolge die gleichen Eigenschaften wie das russische. Die Transportkosten, die Logistik und die Organisation würden es Lukoil sicherlich erschweren, aber die Behauptung, die Raffinerie müsse stillgelegt werden, wenn die russischen Öllieferungen eingestellt werden, sei reine Manipulation. In der jüngsten Vergangenheit habe die Raffinerie auch Öl aus Libyen und dem gesamten Mittelmeerraum verwendet. Es sei  daher höchste Zeit, dass der Staat ernsthaft eingreift und Neftochim Burgas angemessen reguliert. 

Bislang scheint es aber unwahrscheinlich, dass die russischen Öllieferungen nach Europa eingestellt werden, da Ungarn bereits angekündigt hat, dass es sein Veto gegen das sechste Sanktionspaket der EU gegen Russland einlegen wird.

ost/12.05.2022

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